Ein „Dritter Ort“ für Emmelshausen

Halsenbach hat einen, Liesenfeld auch – eigentlich jeder Ort, der etwas auf sich hält, hat einen Begegnungsraum oder Gemeinschaftstreff oder Dorfcafé oder Third Place, also einen Treffpunkt für jedermann und jede Frau. Nur Emmelshausen hat so was nicht – das wollen wir (ein paar Emmelshausener und eine Kratzenburger Grüne) ändern! Und haben uns daher ein Konzept für eine Begegnungsstätte in Emmelshausen überlegt und auch schon dem Bürgermeister und anderen Interessierten vorgestellt, hier mal in sechs Punkten zusammengefasst:

  1. Zielsetzung: Die Schaffung eines offenen, barrierefreien Begegnungsraums für alle Altersgruppen und Hintergründe, um soziale Isolation zu verringern und gesellschaftlichen Austausch zu fördern. Der Raum soll als „Dritter Ort“ jenseits vom Wohnen und Arbeiten fungieren, frei zugänglich ohne Konsumzwang sein und eine zentraler Treffpunkt für alle Bürgerinnen und Bürger darstellen.
  2. Zielgruppen: Ältere Menschen, Familien mit Kindern, Migranten, Zugezogene, Menschen mit Beeinträchtigungen, pflegende Angehörige, Selbsthilfegruppen, Künstler, Bildungsträger u. v. m. Jede dieser Gruppen hätte Zugang zu Aktivitäten wie Spielnachmittagen, gemeinsamem Kaffeetrinken, Lesungen, Diskussionsrunden, Repair-Café, Sprachkursen oder kulturellen Veranstaltungen.
  3. Relevanz: Der hohe Zuspruch für bestehende Initiativen (z. B. Donnerstagstreff im Jugendzentrum, Picknick im Park) zeigt den Bedarf für flexible Begegnungsmöglichkeiten. Ein für alle offener Treffpunkt könnte sich an bereits etablierten Erfolgsmodellen im Landkreis orientieren und die soziale Isolation, verstärkt durch die Pandemie, verringern.
  4. Trägerschaftsmodelle: Verschiedene Modelle wie gemeinnützige Trägerschaft (z. B. in Form eines Vereins), kirchliche oder kommunale Trägerschaft sowie Kooperationsmodelle bieten sich an. Ein gemeinschaftlicher Träger könnte Fördermittel einwerben und die Finanzierung sichern.
  5. Hauptamtliche Unterstützung: Ein wesentlicher Erfolgsfaktor für den Betrieb des Begegnungsraums wäre eine hauptamtliche Unterstützung (Finanzierung eines Anteils z. B. möglich über Förderprogramme des Integrationsministeriums). Eine feste Koordinationskraft könnte die Aktivitäten organisieren, Ehrenamtliche schulen und in ihrer Arbeit begleiten.
  6. Standort und bauliche Anforderungen: Ideal wäre eine barrierefreie Unterbringung dieser Begegnungsstätte im (bald) ehemaligen Feuerwehrhaus am Marktplatz, der derzeit zum neuen Mittelpunkt für Emmelshausen umgestaltet wird. Benötigt würde insgesamt eine Fläche von ca. 100 m², aufgeteilt in zwei Funktionsbereiche, plus Küche, Lagerraum und Toiletten, am besten ebenerdig und mit einer zusätzlichen Freifläche im Außenbereich.

Noch kürzer zusammengefasst: Wir wünschen uns für unsere Stadt einen inklusiven, generationsübergreifenden Treffpunkt, der den sozialen Zusammenhalt fördert und das kulturelle Leben in Emmelshausen bereichert. Gut organisiert und geschickt finanziert könnte sich eine solche Begegnungsstätte angesichts unserer lebendigen ehrenamtlichen Tradition zu einem neuen Herzstück für unsere Stadt entwickeln.

Artikel kommentieren

Artikel kommentieren

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert. Mit der Nutzung dieses Formulars erklärst du dich mit der Speicherung und Verarbeitung deiner Daten durch diese Website einverstanden. Entnimm Weiteres bitte der Datenschutzerklärung.